Betriebsbesichtigung 22.08.2023
Am Dienstag, den 22. August 2023, trafen sich die Vorstandsmitglieder der IGBCE-Ortsgruppe Hannover Nord-Ost am Besucherzentrum der Müllverbrennungsanlage in Altwarmbüchen. Dort wurden sie herzlich von Jan Oesing, dem Betriebsratsvorsitzenden des Standorts, empfangen. Ein liebevoll vorbereitetes Buffet mit belegten Schnittchen, Keksen, Kaffee und Erfrischungsgetränken sorgte für einen angenehmen Einstieg.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde stellte Jan Oesing das Unternehmen EEW Energy from Waste GmbH mit Hauptsitz in Helmstedt vor. Die Müllverbrennungsanlage in Altwarmbüchen blickt auf eine bewegte Unternehmensgeschichte zurück: Ursprünglich Teil der BKB, später unter E.ON und verschiedenen Investoren geführt, gehört sie seit 2016 zur Beijing Enterprises Holdings Limited. Seit der Übernahme durch die chinesische Investmentgesellschaft haben sich die Arbeitsbedingungen deutlich verbessert – regelmäßige Investitionen in Technik und Personalentwicklung sorgen für ein modernes und sicheres Arbeitsumfeld.
Am Standort Altwarmbüchen sind rund 50 Mitarbeitende beschäftigt, vertreten durch einen dreiköpfigen Betriebsrat. Die Beschäftigten sind tariflich der IGBCE zugeordnet. Besonders hervorzuheben ist das Qualifikationsprinzip: Alle Mitarbeitenden der Verfahrenslinie werden kontinuierlich weitergebildet, sodass im Bedarfsfall jeder jeden ersetzen kann.
Die Anlage verfügt über zwei Verbrennungslinien mit einer jährlichen Kapazität von 280.000 Tonnen Abfall bei einer Verbrennungstemperatur von etwa 850 °C. Der Heizwert des angelieferten Materials liegt zwischen 8 und 17 MJ/kg – genug, um rund 5.000 Haushalte in Hannover mit Energie zu versorgen.
Nach einem informativen Kurzfilm über die Anlage begann der Rundgang. Zunächst ging es auf das Dach der Anlage, das einen beeindruckenden Ausblick über Altwarmbüchen und Hannover bot. Anschließend führte der Weg durch den Generatorraum mit Trafo und Turbine, weiter zum Überwachungsraum und Steuerstand oberhalb des Müllbunkers. Dort befinden sich zwei Fahrstände zur Beschickung der Brenner. Der Müllbunker fasst rund 10.000 m³ – das entspricht etwa 5.000 Tonnen. Die Anlieferung erfolgt über mehrere Öffnungen, die zentral vom Leitstand gesteuert werden.
Neben Haus- und Sperrmüll werden auch spezielle Materialien wie Lebensmittel aus Fehlproduktionen, vom Zoll beschlagnahmte Plagiatswaren sowie sichergestellte Speichermedien mit strafrechtlich relevanten Inhalten wie Drogen oder kinderpornografischem Material verbrannt.
Zum Abschluss führte Jan Oesing die Gruppe um die Anlage, vorbei am Schlackebunker und dem Heizöllager. Das Heizöl dient dem Anfahren der Brennerflamme, während die Schlacke regelmäßig entsorgt wird – teilweise durch unterirdische Verklappung in Salzbergwerken.
Die Anlage präsentierte sich äußerst sauber und effizient, mit einem Wirkungsgrad von über 90 %. Dank moderner Filtertechnik waren keinerlei unangenehme Gerüche wahrnehmbar.
Die Führung durch Jan Oesing war äußerst informativ und hinterließ bei allen Teilnehmenden einen bleibenden Eindruck.













